SGB XI – Leistungen: Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung

Im Jahr 1995 wurde die Pflegeversicherung als Pflichtversicherung eingeführt. Seitdem haben anerkannt Pflegebedürftige Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Auskünfte und Anträge erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse, die bei Ihrer Krankenkasse ansässig ist. Die Prüfung des Antrages und Feststellung, welcher Pflegegrad zutrifft, wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen durchgeführt.

Die Pflegeversicherung ist keine Voll-Versicherung. Sobald der Medizinische Dienst Ihren Antrag geprüft und eine Einstufung vorgenommen hat, erhalten Sie einen Bescheid Ihrer Pflegekasse.

Sie haben Anspruch auf Geld-, Sach- oder Kombinationsleistung.

Pflege

  • Unter Pflegesachleistung fallen körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen, Hilfen zur Haushaltsführung. Die Pflege wird durch einen professionellen Pflegedienst erbracht.
  • Das Pflegegeld wird gewährt für die Sicherstellung der erforderlichen körperbezogenen Pflegemaßnahmen, pflegerischen Betreuungsmaßnahmen und Hilfe in der Haushaltsführung. Personen die Pflegegeld beziehen, müssen durch eine ausgebildete Pflegefachkraft einen Beratungseinsatz nachweisen. (Pflegegrade 2 und 3 halbjährlich, Pflegegrade 4 und 5 vierteljährlich, Pflegegrad 1 kann halbjährlich einen Beratungseinsatz in Anspruch nehmen.)
  • Kombinationsleistung (§ 38 SGB XI): Die Pflege wird durch Angehörige oder sonstige vertraute Personen erbracht sowie unterstützend durch einen professionellen Pflegedienst. Die Vergütung erfolgt jeweils nach Geld- bzw. Sachleistung. Das bedeutet, der Pflegedienst erhält die Vergütung nach Sachleistung – wird der Maximalbetrag der jeweiligen Stufe nicht ausgeschöpft, so erhält der Pflegebedürftige anteilig Pflegegeld.
  • Alle Pflegebedürftigen können Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen, und zwar bis zu 125 € monatlich. Damit kann unter anderem Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung und der Bewältigung sonstiger Alltagsanforderungen finanziert werden. Ebenso können diese Beträge für Leistungen in Betreuungsgruppen (z. B. Betreuungsgruppe "Hand in Hand") und stundenweise Betreuung durch geschulte Ehrenamtliche verwendet werden.
  • Verhinderungspflege kann (nach einer Vorpflegezeit von 6 Monaten) bis zu 6 Wochen pro Jahr oder stundenweise über das Jahr verteilt in Anspruch genommen werden. Diese Leistungen müssen jährlich neu beantragt werden.
  • Kurzzeitpflege kann bis zu 8 Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden.
  • Bis zu 50 % des Kurzzeitpflegebetrages, das sind 806 €, können zusätzlich als häusliche Verhinderungspflege genutzt werden, sofern die Kurzzeitpflege in diesem Umfang nicht in Anspruch genommen wurde. (Gesamtbetrag Verhinderungspflege = 2.418 €). Sie können unter Anrechnung des Pflegegeldes die Verhinderungspflege tageweise oder aber ohne Anrechnung auf das Pflegegeld stundenweise in Anspruch nehmen, wenn Ihre Pflegeperson verhindert ist.
  • Die Leistungen der Tages- und Nachtpflege können neben der ambulanten Pflegesachleistung / dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.
  • Pflegehilfsmittel als Verbrauchsmittel (§ 40 Abs. 1 bis 3 u. 5 SGB XI):
    Für die Versorgung mit saugfähigen Betteinlagen, Einmalhandschuhen oder anderen zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln stehen Ihnen monatlich 40 € zur Verfügung.
  • Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 Abs.4 SGB XI):
    Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können bis zu 4.000 € je Pflegebedürftigem und Maßnahme in Anspruch genommen werden (bis 16.000 € bei mehreren Berechtigten).